Palast Estrugamou

Argentinien wollte der Welt nach der Unabhängigkeit zeigen, dass es sich emanzipiert hatte. Es war keine Kolonie mehr, sondern eine blühende Nation. Dieses neue Selbstverständnis verkündete man durch Prachtbauten, die zu den architektonischen Meilensteinen ihrer Zeit zählten. Der argentinische Staat beauftragte französische Architekten mit dem Bau der bedeutendsten Gebäuden der Stadt. Absichtlich wählte die argentinische Elite den französischen Stil, der verschlungen war, doch gleichzeitig delikat.

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Die erste Welle französischer Architekten brach um 1820, ein paar Jahre nach der Unabhängigkeits-Erklärung über Argentinien ein. Auf der Suche nach ihrem prunkvollen und auffälligen Stile finden wir an der calle Juncal, im Stadtteil Palermo, den Palast Estrugamou. Das Gebäude wurde 1929 fertiggestellt und veranschaulicht den starken und dauerhaften französischen Einfluss auf die argentinische Architektur.

Der Palast ist ein acht-geschossiges Gebäude. Die Aussenwände sind mit Kalkstein verkleidet. Seine Balkone schmücken zierliche Gitter aus Gusseisen und das gesamte Werk ist mit Schiefer abgedeckt. Dessen ungeachtet ist der Palast Estrugamou nicht eine Kopie der französichen Architektur, obwohl viel von seiner Einrichtung aus Frankreich importiert wurde. Das Gebäude verdeutlicht warum Buenos Aires einst auch das Paris Südamerikas genannt wurde.

Die Architektur Buenos Aires spiegelt nicht nur die Vergangenheit der Stadt wieder, sondern des gesamten Landes. Gibt es somit einen besseren Weg die Stadt zu erforschen, als alle ihre architektonischen Highlights zu erkunden?